Chronik


Die ersten Anfänge des Nettelstedter Laienspiels lassen sich bis in das Jahr 1919 zurückverfolgen. Im April dieses Jahres kam der damals 30-jährige Lehrer Karl Meyer-Spelbrink mit seiner Frau und seinen beiden Kindern nach Nettelstedt. Eine entscheidende Stunde im Hinblick auf das spätere Freilichtspiel kam, als Karl Meyer-Spelbrink gebeten wurde, bei der Organisation eines Erntefestes mitzuhelfen, das dann auch im Herbst 1919 stattfand. Auf Surmeiers Deele wurden die Stücke “Andreas Hofer” und das “Erntespiel Ruth” aufgeführt. Dies muss als der allererste Anfang der Nettelstedter Laienspiele angesehen werden. Beim Erntefest im darauf folgenden Jahr wagte man sich schon an Szenen aus “Wilhelm Tell” und “Aschenbrödel”.

Im Sommer des Jahres 1921 wurde das Stück „Glaube und Heimat“ gespielt. Dies war das erste Stück, das auf dem Hünenbrink gespielt wurde. Man spielte allerdings auf einer Bretterbühne ungefähr auf dem heutigen Platz vor der Aufgangstreppe. Die Zuschauer saßen auf dem schräg ansteigenden Gelände und sahen auf die Bühne hinunter. Die Nettelstedter Volksbühne, wie sie sich damals nannte, machte in diesem Sommer einen Reingewinn von 4.500 M. Im Winter des Jahres 1921 zog man mit dem im Sommer aufgeführten Stück durch verschiedene Dörfer unseres heutigen Kreises. Die Einnahmen kamen dem inzwischen begonnenen Bau des Kinderheimes zugute. Im Jahr 1922 wurde das Stück noch an anderen Orten gespielt und man bereitete sich bereits auf das Spieljahr 1923 vor. Man plante, das Stück “Wilhelm Tell” in diesem Jahr komplett auf die Bühne zu bringen. “Wilhelm Tell” wurde in der freien Natur mit ca. 300 Mitwirkenden gespielt und war das erste reine Freilichtspiel. In den Hauptrollen sahen die Besucher damals Karl Meyer-Spelbrink als Wilhelm Tell und Wilhelm Korte als Geßler.

Die Freilichtspiele der Spielgemeinde Nettelstedt waren damit am Sonntag, 9. September 1923 um 16.15 Uhr (Beginn der Vorstellung) ins Leben gerufen.