Chronik


1966 konnte nur “Das Wirtshaus im Spessart” mit ungefähr 17.000 Besuchern noch einigermaßen erträgliche Zuschauerzahlen bringen. Ab 1967 kam dann ein deutlicher Einbruch. Die Zuschauerzahlen gingen deutlich unter 10.000 pro Saison zurück. Dieser Trend hielt bis in die zweite Hälfte der 80-er Jahre an. Zuschauerzahlen um die 5.000 waren die Regel.

Im Winter des Jahres 1968 führte ein Ereignis zu einer Neuorientierung: Beim Jugendtreffen des Verbandes der Freilichtbühnen im Mindener Stadttheater schnitt die Nettelstedter Jugendgruppe mit dem Stück “Maria Magdalena” recht gut ab und man entschied sich, in der Zukunft Jugendtheater zu machen. Für die Jugendarbeit setzte sich Wolfgang Hovemeyer bereits seit Jahren erfolgreich ein.

Die finanzielle Decke der Freilichtbühne war durch das mangelnde Publikumsinteresse sehr geschrumpft, so dass man im Jahr 1971 aus finanziellen Gründen, aber auch aus Gründen eines mangelnden Spielerpotentials, nur ein Stück zur Aufführung brachte. In dieser Zeit stand man vor einer scheinbar ausweglosen Situation. Aufgeben oder Weitermachen? Diese Frage wurde offen diskutiert. Man entschied sich fürs Weitermachen, jedoch musste ein Neuanfang gewagt werden

Bei der Generalversammlung am 11. Februar 1972 traten der 1. und 2. Vorsitzende des Vereins, Friedrich Schwarze und Reinhard Brinkmann, von ihren Ämtern zurück. Ein neuer Vorstand wurde gewählt. Helmut Öwermann Senior (1. Vorsitzender), Fritz Spilker (2. Vorsitzender), Dr. Hermann Schultze (1. Spielleiter) und Willi Arning (2. Spielleiter) nahmen die Geschicke des Vereins in die Hand und führten den Verein in den Folgejahren durch sehr stürmische Zeiten. Angesichts der sehr schwierigen finanziellen Situation des Vereins, erklärte sich auch Dr. Hermann Schultze bereit, dem Verein in Zukunft ohne Honorar zu dienen.

Auch im Jahr 1972 wurde aus finanziellen und personellen Gründen wieder nur ein Stück gespielt: “Piroschka”. Diese Komödie, in der Renate Steinmeier und Heiner Gerdom die Hauptrollen spielten und die erstmals wieder ohne Spielpause über die Saison ging, führte die Spielgemeinde aus den roten Zahlen. Auf dem Hünenbrink wurde eine Vorbühne errichtet und durch Bepflanzungen wurde die Spielfläche verkleinert, damit man in Zukunft den Stücken mit kleinerer Besetzung besser Rechnung tragen konnte. In diesem Jahr führte das “Piroschka”-Ensemble das Stück anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Coeln-Mindener Eisenbahn im Mindener Stadttheater auf.

Im Jahr 1973 wurden die Stücke “Ehrenmänner … Defraudanten” und das erste Mal ein Stück aus der Hotzenplotz-Trilogie, nämlich “Neues vom Räuber Hotzenplotz” mit Heiner Gerdom als Hotzenplotz und Astrid Öwermann und Uwe Spilker als Kasperl und Seppel gespielt.

Szene aus „Neues vom Räuber Hotzenplotz“. Hier mit Astrid Öwermann, Uwe Spilker, Wolfgang Hovemeyer und Martha Budde.