Chronik


Am 08. Juni 1951 wurde der Verein unter dem Namen Freilichtspiele Spielgemeinde Nettelstedt e. V. ins Vereinsregister eingetragen. Die Spielerratssitzung am 23. Januar 1950 hatte folgende Vorstandszusammensetzung ergeben: Rektor Karl Meyer-Spelbrink (Vorsitzender), Fritz Schwarze (stellv. Vorsitzender), Wilhelm Fabry (Geschäftsführer), Karl Grote (Kassierer), Wilhelm Korte (Spielleiter), Heinrich Grote (Leiter des Ordnungsdienstes), Fritz Grothus (Beisitzer) und Heinrich Kottkamp (Beisitzer).

Der Vereinszweck wurde wie folgt beschrieben: Pflege des Heimat- und Freilichtspiels, dörflich heimatlicher Geselligkeit mit dem Ziel einer Gemeinschaft unter Ausschaltung
parteipolitischer Interessen.

Im Jahr 1953 wurde Schillers „Die Jungfrau von Orleans“ auf die Bühne gebracht. Die Hauptrolle der Johanna wurde dabei eindrucksvoll von einer jungen Schauspielschülerin der Landhochschule für Schauspielkunst dargestellt. Dieses Jahr war auch der Start für das Abendtheater mit Shakespeares „Sommernachtstraum“. Das Abendtheater sollte von nun an fester Bestandteil des Spielplanes werden.

Szene aus „Die Jungfrau von Orleans“. Hier mit Hannelore Don.

 

Das Jahr 1954 brachte dann als Abendaufführung die Wiederholung des „Sommernachtstraum“ aus dem Vorjahr im Wechsel mit Kleists „Das Käthchen von Heilbronn“. Als großes Nachmittagsspiel entschied man sich für Schillers „Die Räuber“.

Im Jahr 1955 verließ man sich wieder auf Shakespeare, indem man „Die lustigen Weiber von Windsor“ als Abendspiel auf den Spielplan setzte. Im Gedenken an den hundertundfünfzigsten Todestages Schillers stand nachmittags die Wiederholung des Volksstückes „Wilhelm Tell“ auf dem Programm. In diesem Jahr wurde die Regiebrücke für Ton und Licht als eine Ziegel–/Fachwerkkonstruktion mit Schilfdach errichtet.

In den beiden Folgejahren standen die Stücke „Florian Geyer“ sowie „Der Bauer als Millionär“ (1956) und Dr. Schultzes „Till Eulenspiegel“ und „Die Räuber“ (1957) auf dem Programm. Im Jahr 1957 musste die Spielgemeinschaft einen herben Verlust erleiden: Wilhelm Korte verstarb am 15. März 1957 nach kurzer schwerer Krankheit. Dr. Hermann Schultze schrieb damals: „Seine Arbeit in so hohem Sinne weiterzuführen, ist der feste Wille des Nettelstedter Arbeitskreises.“