Chronik


Nachdem im Jahr 1936 das Heimatstück “Die Schlacht bei Minden” gespielt worden war, führte man im Jahr 1937 das Löns-Stück “Werwolf” auf. Nettelstedt hatte als einzige Bühne von der Witwe Hermann Löns die Erlaubnis zur Dramatisierung und Aufführung des Stückes erhalten. Der Dichter Martin Simon, der seit 1933 als Schriftsteller und seit 1937 als Lehrer in Nettelstedt arbeitete, übernahm die Aufgabe der Dramatisierung. 1938 erhielt dieses Stück den westfälischen Heimatpflegepreis. Die Kreisleitung der NSDAP verbot in diesem Jahr dem Rektor Karl Meyer-Spelbrink die Spiele weiterhin zu eröffnen. 1938 wurde auf Wunsch vieler Lehrer das Stück “Wilhelm Tell” erneut aufgeführt.

Im Jahre 1939 wurde das Stück “Westfälinger” von Martin Simon uraufgeführt. Für dieses Stück erhielt Simon 1940 den Karl-Wagenfeld-Preis. Der zweite Weltkrieg setzte den Spielen auf dem Hünenbrink in diesem Jahr ein jähes Ende. Das Kinderheim wurde von der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt übernommen. Kinderheim und Freilichtspiel waren damit voneinander getrennt.

Der zweite Weltkrieg hat nicht nur erheblichen materiellen Schaden auf dem Hünenbrink hinterlassen, sondern auch viele menschliche Lücken gerissen. Zu denen, die nicht zurückgekommen waren, zählte auch Martin Simon, der im Alter von 32 Jahren am 31. August 1942 gefallen war.
Auch nach Beendigung des Krieges konnten die Freilichtspiele nicht sofort wieder aufgenommen werden. Auf allen Ebenen herrschte ein schwerer Existenzkampf. 1947 gründete Dr. Hermann Schultze die Landhochschule für Bühnenkunst.

Erst im Jahr 1949 begann man wieder mit dem Freilichtspiel mit dem Stück „Götz von Berlichingen“. Dr. Hermann Schultze wurde auf Wunsch von Wilhelm Korte Spielleiter. Korte selbst übernahm die Funktion des Stellvertreters. Wilhelm Fabry löste Karl Meyer-Spelbrink als Geschäftsführer ab.

Szene aus „Götz von Berlichingen“. Hier mit Wilhelm Fabry, Wilhelm Korte und Heinrich Hucke

 

In den Jahren 1950, 1951 und 1952 knüpfte man wieder an die Vorkriegstradition an und spielte die bereits bekannten Stücke “Wilhelm Tell” (1950), “Wittekind” (1951), “Der Herrgott von Bentheim” und “Reineke Fuchs” (1952). Eine neue Spielergeneration mit z. B. Toni Gnade, der Tochter Meyer-Spelbrinks, und Barbara Griebel, der Tochter Hermann Griebels, war inzwischen herangewachsen und verdiente sich erste Sporen auf der Freilichtbühne.