Chronik


Hermann Griebel war es auch, der die Bearbeitung für das im Jahr 1932 aufgeführte Stück “Götz von Berlichingen” machte. Am 14. Juli 1932 starb Hermann Griebel im Alter von zweiundvierzig Jahren. In diesem Jahr, etwa zur Mitte der Spielzeit, starteten Meyer-Spelbrink und Korte einen Aufruf, der wie folgt lautete: “Seit über zehn Jahren spielen wir. Es ist bekannt, dass unsere Spiele, die über die wechselnden Konzeptionen unserer unruhevollen Tage hinaus den ewigen Werten unseres deutschen Volkes dienen mochten, auf das innigste mit der sozialen Aufgabe verknüpft sind, den ärmsten und unschuldigsten Opfern unserer Notlage eine zerstörte Kindheit wieder aufzubauen, durch erziehliche und körperliche Pflege und durch nachgehende Fürsorge nach der Kur. Diese Aufgabe ist in diesem Jahr von erdrückender Schwere durch die Diskrepanz der steigenden Kindernot auf der einen und den sinkenden Mitteln auf der anderen Seite. Betteln mögen wir nicht – darum spielen wir für die Kinder, die keine Kindheit haben. Nun sind wir in Not. In Vertrauen auf Gott und die Hilfe guter Menschen, die uns in den vergangenen oft verzweifelt schweren Aufbaujahren immer wieder zur Seite gestanden haben, haben wir in diesem Jahr das Spiel gewagt und darüber hinaus in Erfüllung unserer Pflicht bisher zwei Kuren mit den Kindern aus den Quartieren deutschen Elends erfüllt. Nun neigt sich die Hälfte der Spielzeit dem Ende zu. Alle bisherigen Überschüsse sind restlos verbraucht für die Kinder der Not. Aber die Not frisst weiter an der Zukunft unseres Volkes. Helft uns, zu helfen!”

Im Andenken an Hermann Griebel spielte man im Jahr 1933 das Stück “Herrgott von Bentheim”, das Griebel speziell für die Freilichtbühne Bentheim geschrieben hatte, und Kutzlebs “Thors Hammer”.

Szene aus „Die Hermannsschlacht“. Hier mit Fritz Tiemann, Willi Budde und Fritz Grothus.

Zu der im Jahr 1934 aufgeführten Uraufführung des Stückes “Die Hermannsschlacht” in der Regie von Hans Bacmeister aus Berlin schrieben die Hamburger Nachrichten nach der Premiere: “Nettelstedt ist das Kraftzentrum einer deutschen Landschaft geworden, seine Ausstrahlung in ständigem Wachstum begriffen. Es wirkt bis nach Holland hinüber und durch ganz Niedersachsen bis ans Meer.

Für die soziale wie für die künstlerische Neugestaltung des Volksschauspiels ist es beispielgebend”. In diesem Jahr musste jede Freilichtbühne einige Berufsschauspieler in ihren Kader aufnehmen, um deren Existenz zu sichern. So spielten damals zwei Profis in den Reihen der Laiendarsteller. Im Jahr 1935, in dem das Griebel-Stück “Beowulf” zur Aufführung kam, übernahm Hermann Schultze die Inszenierungen auf dem Hünenbrink. Schultze war inzwischen Dramaturg und Dozent in Berlin. Im Winter 1935 wurde „Die Bauernhochzeit“ im Stadttheater Minden aufgeführt.