Chronik


Eines der herausragenden Stücke, die auf dem Hünenbrink gespielt wurden, kam im Jahr 1982 zur Aufführung: “Der Schinderhannes” von Carl Zuckmayer. Dieses Stück hatte man lange aus personellen Gründen vor sich her geschoben. Unter der Regie von Willi Arning ging nach über fünfzig Proben Pfingsten die Premiere über die Bühne. Mit Helmut Öwermann junior als Schinderhannes und Gerda Bollmann als Julchen in den Hauptrollen knüpfte man wieder an die großen Volksstücke inzwischen weit vergangener Jahre an. Als eindrucksvollste Szene dieses Stückes blieb die Hinrichtung der Räuberbande am Schluss des Stückes in nachdenklicher Erinnerung. Das Familienstück “Der Prinz und der Betteljunge” wurde von Wolfgang Hovemeyer in Szene gesetzt. Das Jahr 1982 war auch der Neustart in eine sehr erfolgreiche Winterarbeit. “Der doppelte Moritz”, gespielt in der Nettelstedter Schulturnhalle mit einem glänzenden Helmut Grote in der Hauptrolle, erwies sich als Renner für die Spielgemeinde.

Im Jahr 1983, dem Jahr des 60-jährigen Bestehens der Freilichtbühne Nettelstedt, entschied man sich, wieder einmal das Gründungsstück “Wilhelm Tell” aufzuführen. Mit großem Aufwand wurde unter der Regie von Wilhelm Arning dieser Klassiker auf die Bühne gebracht. Thomas Voßmerbäumer spielte den Wilhelm Tell und Helmut Öwermann senior den Geßler. Die Saisoneröffnung wurde vom Arbeits- und Sozialminister des Landes NRW Prof. Dr. Friedhelm Farthmann durchgeführt. Bis zum Jahr 1996 konnte kein Erwachsenenstück wieder einen solchen Zuschauererfolg verbuchen. Dies lag vermutlich nicht zuletzt daran, dass erstmals seit langer Zeit wieder mit Pferden gearbeitet wurde. In diesem Jahr fand die Jahrestagung des Verbandes deutscher Freilichtbühnen in der Nettelstedter Schule und im Sportlerheim statt. In der Nachmittagsaufführung wurde wieder ein Rasmus-Stück gespielt: “Rasmus, Pontus und der Schwertschlucker”. Kurz vor der Premiere dieses Stückes fiel der Hauptdarsteller Peter Wittwer durch Erkrankung aus und wurde innerhalb von vier Tagen durch den damals 14-jährigen Mark Thie ersetzt. Im Winter kam im Januar des Jahres die Kriminalkomödie “Keine Leiche ohne Lily” zur Aufführung. Mit Martha Budde in der Hauptrolle der Putzfrau Lily wurde das Stück auch im Stadttheater Minden gespielt.

Im Jahr 1984 kamen die Stücke „Neues vom Räuber Hotzenplotz“ mit Dieter Kottkamp in der Rolle des Hotzenplotz und „Die Schlacht bei Minden“ mit Rainer Hagemeyer in der Rolle des Hinnerk Lohrmann zur Aufführung. Für „Die Schlacht bei Minden“ war eigens eine Kanone hergestellt worden, die von zwei Pferden über die Bühne gezogen wurde. Im Winter wurde der Komödienklassiker “Pension Schöller” gespielt.